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Mittwoch, 6. Mai 2015

ZDF Geschichte Revision Oliver Cromwell




Positivbeispiel Dokumentation Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld
ehrlich authentisch informativ interessant - naiv gemacht, das ist keine Auftragsarbeit


Oliver Cromwell - Feldherr und Königsmörder - Doku 2015 (NEU in HD)

Diese Dokumentation ist als Informationsquelle irreführend und nicht besonders sehenswert. Wie sooft in interessengesteuerten und elitär finanzierten Fernsehdokumentationen ist das Ergebnis revisionistisch geprägt. Künstlich soll ein Konflikt zwischen Irland und England als Motivation für Cromwells Wirken ursächlich sein und nachgewiesen werden. Aber das interessierte Oliver Cromwell höchstens am Rande, er war Alles, aber mit Sicherheit kein Nationalist oder Patriot, das ist eine plumpe Ablenkung.  Interessant ist was eben nicht gesagt wird! Cromwells Wirken als Bankier ud Geldwechsler, seine Herkunft aus einer solchen Dynastie, die Gründung der Bank von England! das erste erlassene Dekret nach seiner Machtübernahme, Das Monopol der Geldschöpfung für seine eigenen Banken, er übernahm die Kontrolle über die Währung, das Pfund, er entmachtete die Krone! aber die Doku fabuliert nur über Katholiken und Protestanten, Rachegelüste von Iren, Opferzahlen, und die ganze Zeit Geschwafel über Ulster - ist nach Ansicht des ZDF die Besiedelung von Ulster wichtiger als  die Gründung der Bank von England?  Seltsame Entscheidung. Welchen Sinn hat dieser Beitrag, wer hat die Endfassung geschnitten und gab es Vorgaben und von wem kamen diese?

Der Konflikt bestand zwischen Königin Elisabeth I. und den privaten Banken. Elisabeth verlor und Oliver Cromwell, der mächtigste Bankier / Geldwechsler legte die Geldschöpfung Großbritanniens in privateI Hände, Oliver schuf die Bank von England, das Vorbild der berüchtigten FED. Mit Fiat Money und der Geldschöpfung aus dem Nichts wurde der Imperialismus erst richtig ermöglicht und die bestehenden Herrschaftsstrukturen neu verteilt. Die Banken um Oliver Cromwell bekamen das alleinige Recht zur Geldschöpfung und übernahmen die Macht, und besitzen sie bis heute. Die Regierungen verkommen immer mehr zu rein repräsentativen Institutionen. Elisabeth I. war die letzte englische Regentin die die Geldschaffung in staatlicher Aufsicht und Planung forderte. hier weiterlesen http://josefsneuezeitung.blogspot.de/2013/02/elisabeth-i-queen-of-england-was-waren.html

Im übrigen ist es doch interessant dass in fast jeder Fernsehdokumentation fast ausschließlich englischsprechende Wissenschaftler bevorzugt aus den USA, zur Rede kommen, (auch bei Dokumentationen über Deutschland oder Asien, Russland und Afrika!) Sind das Menschen die Wissen schaffen oder mehr Dogmatiker, die geradezu beschwörerisch auf den Zuschauer eindringen, unterstützt von dramatischer Musik? Sie vergessen oft zu erwähnen, dass es auch andere Ansichten gibt und der Fall keineswegs so klar ist wie es behauptet  wird. Je unklarer die Fakten desto stärker sind die Adjektive, zweifellos, unbestreitbar. Diese Dokumentation ist schlecht und voller Fehler und Lügen, auch in der Schule wurde ich über Oliver belogen, damals wurde er als Revolutionär verkauft, als Demokrat, der das Volk durch das Parlament an die Macht gebracht hat - nicht könnte ferner von der Wahrheit sein. Cromwell war ein Schwein, das die Gelschöpfung in die Hände sehr weniger Banken legte und damit die Welt in genau das Chaos stürzte in dem sie sich heute befindet. Nahezu allen Menschen in Asien, Afrika und Südamerika ging es vor der Geburt von Cromwell deutlich besser, vor dem Imperialismus, der seltsamerwerweise nie als so dramatisch wie der Holoocaust angesehen wird,dabei war die Systematik viel weiterentwickelter, die Methoden viel brutaler, die Dauer viel länger, die Opferzahlen viel höher und dazu wurden die Opfer, die Sklaven nicht nur auf furchtbarste Weise gequält und erniedrigt sondern von den Engländern, Franzosen, Spaniern, Portugiesen und Amerikanern als ganz normale Handelsware betrachtet und gehandhabt. So nochmal, warum sind dann die Deutschen, die sich aus dieser Schweinerei, diesem Wahnsinnsgenozid komplett herausgehalten haben nochmal das schlimmste und böseste Volk der Erde? Vielleicht weil es als einziges Volk der Erde eine Schuld anerkennt und Reue zeigt während die andern, allen voran die Amerikaner im selben Stile weitermorden und noch stolz darauf sind.  Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Ihr Landvogt

Mittwoch, 5. Oktober 2011

GMT: Europa ist bei der FED verschuldet

Kredite der Fed an ausgewählte Banken während der Finanzkrise

von Bernd Lammert
Dienstag 23.08.2011, 13:28 Uhr
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New York (BoerseGo.de) – Die US-Notenbank Fed hat amerikanische und europäische Bankinstitute während der jüngsten großen Finanzkrise im Jahr 2008 mit massiven Kreditgeldern unterstützt. Demnach summierten sich die Hilfskredite auf ingesamt rund 1200 Milliarden US-Dollar. Dieses bislang unbekannte Ergebnis hat die Nachrichtenagentur Bloomberg aus den diversen Hilfsprogrammen der Fed errechnet und veröffentlicht. Zum Vergeich: Die Summe entsprach auf ihrem Höchststand im Dezember 2008 dem Dreifachen des US-Staatsdefizits in jenem Jahr.
Bemerkenswert: Wie viel Geld wirklich über die Theke wanderte, wollte die Fed selbsttätig nicht preisgeben. Doch der Supreme Court, das höchste Gericht in den USA, gab die 21.000 Transaktions-Daten nun frei. Vorausgegangen war eine Klage von Bloomberg. Die Informationsagentur berief sich auf den sog. Freedom of Information Act: Danach sind US-Bundesbehörden gezwungen, staatliche Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. (Das kann so nicht stimmen! Die FED ist eine private Bank und KEINE Bundesbehörde!)
Die größte Kreditsumme ging Bloomberg zufolge mit insgesamt rund 107 Milliarden US-Dollar an die US-Investmentbank Morgan Stanley , sodann folgen die Citigroup und die Bank of America. Die Hälfte der 30 größten Kreditnehmer bei der Fed sind allerdings Banken aus Europa. Die Deutsche Bank ist etwa mit 66 Milliarden US-Dollar an Hilfskrediten der Fed an neunter Stelle platziert. Die Hypo Real Estate machte Schulden über knapp 29 Milliarden US-Dollar und die Commerzbank steht mit über 22 Milliarden Dollar bei der US-Notenbank in der Kreide.
Nach Angaben der Fed sind die Hälfte der Hilfsprogramme bereits abgeschlossen. Kritiker monieren, dass einige Geldhäuser die Kredite zur Gewinnmaximierung genutzt haben.(Wozu denn sonst?)

Bremer Landesbank: London (Rothschild) streut falsche Gerüchte

Unsere "Freunde" sorgen mit falschen Gerüchten für Ungemach … Klartext!

von Folker Hellmeyer
Donnerstag 11.08.2011, 10:51 Uhr
- +
Der Euro eröffnet heute Morgen bei 1.4220 (07.00 Uhr), nachdem Tiefstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1.4124 im asiatischen Markt markiert wurden. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 76.65. In der Folge notiert EUR-JPY bei 109.00, während EUR-CHF bei 1.0340 oszilliert.
Offensichtlich forderte die gestrige zunächst freundliche "Performance" der Aktienmärkte unsere "Freunde" aus London aus dem Sektor der Hedge Funds, aber auch der Bankenaristokratie (Vernetzung, aller Wahrscheinlichkeit nur vermeintliche "Chinese Walls") so sehr heraus, dass sie sich veranlasst sahen zu den spitzen Waffen der "falschen Gerüchte" zu greifen, um ihre Positionen zu verteidigen.
Dabei darf dann auch gerne mal ein gallischer Hahn geopfert werden. Elitäre und partikulare Finanzinteressen dominieren derzeit saubere fundamentale Analyse. Dieses oben angesprochene Klientel ließ verbreiten, dass Frankreich in Kürze sein AAA-Rating verlieren würde.
Die Tatsache, dass Moody’s innerhalb kürzester Zeit eine Herabstufung Frankreichs dementierte und auch betonte, dass der Ausblick stabil sei, konnte den hervorgerufenen Schaden nicht gutmachen. So wirken sich halt Gerüchte aus, die Psychologie an den Märkten wird vergiftet.
Was hier vor sich geht, ist eine Politik der Nadelstiche mit dem Ziel der Erosion der französischen Position. In den vergangenen 18 Monaten wurde auch so bei anderen europäischen Ländern vorgegangen.
Es ist wie ein Skript oder wie ein taktischer Plan. Mit jedem Angriff erodiert die Position Frankreichs oder des angegriffenen Landes zunächst nur ein wenig. Die Refikosten erhöhen sich in geringen Schritten, aber schlussendlich latent. Dann wird am Ende die Höhe der gestiegenen Refikosten zum tragenden Argument einer aggressiveren Gangart an den Finanzmärkten.
An die Politik gilt der Zuruf: Wehret den Anfängen!“
Damit war aber nicht genug. Aus London wurde gestern auch lanciert, dass französische Banken wegen massivster Probleme Staatshilfe benötigten. Auch das wurde kurzfristig dementiert. Der Vorstandsvorsitzende der angegriffenen SocGen Frederic Oudea hat sich in ungewöhnlich scharfem Ton gegen Spekulationen verwahrt, dass das Institut in finanziellen Schwierigkeiten sei. Entsprechende Gerüchte seinen "absoluter Müll"! Die SocGen hatte zuvor bereits die Börsenaufsicht AMF um Hilfe bei der Klärung der Marktgerüchte gebeten. Dennoch verlor der Aktienkurs am Ende knapp 15%. Auch hier war und ist der Schaden erheblich!
Schlussendlich wurden gestern zwei Nadelstiche ohne sachliche Grundlage gesetzt. Es liegt an den Eliten der Eurozone, Sachverhalte zu erkennen und angemessen politisch zu reagieren.
Wir empfehlen dem kontinentaleuropäischen Finanzestablishment als auch der Politik, diese Angriffe ernst zu nehmen. Es ist mit aller Kraft daran zu arbeiten, unseriösen "Playern" am Markt das Handwerk zu legen (Aufsichtsbehörden) und vor allen Dingen, das "Spiel" zu durchschauen und angemessene Maßnahmen zu treffen, die umfänglich sind. Das Anschauungsmaterial der letzten 18 Monate ist aussagekräftig genug.
Wenn die unregulierte Finanzbranche und ihre Finanzgeber, die mit hoher "Feuerkraft" ausgestattet sind, auch noch das Recht erhalten, mit Intrigen und Falschinformationen ohne Konsequenzen ganze Staaten und Institutionen anzugreifen, ohne das entscheidende Gegenwehr etabliert wird, ist übrigens mehr als eine Schlacht verloren.
Nachdem gestern sportlich positive chinesische Wirtschaftsdaten ignoriert wurden, wird heute voraussichtlich der positive japanische Datensatz sportlich übergangen. "Machinery Orders" verzeichneten per Juni im Monatsvergleich eine Zunahme um +7,7% (Prognose +1,8%) und im Jahresvergleich um +17,9% (Prognose +11,4%) nach zuvor +10,5%.
Den Daten der chinesischen Handelsbilanz per Juli (Zeitnähe), die gleichfalls positive Akzente bezüglich Exporten und Importen setzte (Ausdruck des Zustands der Weltwirtschaft), wird wohl auch ausgeblendet. Chinas Exporte legten per Juli im Jahresvergleich um 20,4% zu (Prognose 17,4%) und markierten damit einen historischen Höchstwert. Importe nahmen um 22,9% (Prognose 22,2%) zu.
Wenden wir uns den gestrigen Veröffentlichungen aus den USA zu:
Das "Federal Budget Deficit" stellte sich per Juli auf -129,4 Mrd. USD nach -43,1 Mrd. USD per Juni. Die Prognose lag bei -135,0 Mrd. USD. Im Juli 2010 lag das Defizit bei -165 Mrd. USD. Die Steuereinnahmen sprudeln etwas besser. In den ersten 10 Monaten des laufenden Fiskaljahres stellt sich die Neuverschuldung auf 1.100 Mrd. USD. Im Vorjahr war zu dem identischen Zeitpunkt ein Defizit in Höhe von 1.169 Mrd. USD aufgelaufen. Diese Reduktion ist keiner Reformpolitik geschuldet, sondern ist Ausdruck unter anderem der erhöhten Profitabilität der Unternehmen und leicht zunehmender Beschäftigung.

Die Lagerbestände im US-Großhandel per Berichtsmonat Juni legten um 0,6% nach zuvor 1,7% (revidiert von 1,8%) zu. Die Prognose lag bei 1,0%. Der Absatz erhöhte sich gleichfalls um 0,6%. Das Verhältnis zwischen Lagerbestand und Absatz lag unverändert weiter bei 1,2 Monatsumsätzen.
Der Lageraufbau setzt sich fort. Diese Tendenz ist unseres Erachtens nicht Ausdruck zu hoher Lagerbestände, sondern tendenziell Ausdruck eines engen Lagerbestands.

Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den Euro favorisiert. Ein Unterschreiten der Tiefstkurse 1.3835 neutralisiert den positiven Bias.
Viel Erfolg!
© Folker Hellmeyer
Chefanalyst der Bremer Landesbank
Hinweis: Meinungen oder Empfehlungen geben die Einschätzung des jeweiligen Verfassers wieder und stellen nicht notwendigerweise die Meinung der Bremer Landesbank oder deren assoziierter Unternehmen dar. Sie können sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern. Die hier enthaltenen Aussagen sind nicht als Angebot oder Empfehlung bestimmter Anlageprodukte zu verstehen. Dies gilt auch dann, wenn einzelne Emittenten oder Wertpapiere erwähnt werden. Hier enthaltene Informationen können auf die individuellen Verhältnisse des Anlegers abgestellte, kundenspezifische und objektorientierte Beratung nicht ersetzen. Bitte setzen Sie sich deshalb mit Ihrem bei der Bremer Landesbank zuständigen Berater in Verbindung.

Dienstag, 4. Oktober 2011

Haaretz: Israel Police turned a blind eye to a lynching

 

Israel Police turned a blind eye to a lynching

What happened Friday afternoon at the entrance to the settlement of Anatot was a pogrom, a lynching. Media outlets that don't see fit to report a pogrom of this magnitude are partners in the policy, or the sins of omission, of abandonment.

By Eyal Raz
  • Published 03:30 04.10.11
  • Latest update 03:30 04.10.11
 Were you ever at a lynching? Were you ever someplace where an unbridled mob was beating you and your friends and then chasing you to beat you again? Were you ever the victim of wild violence before the blind eyes of policemen who ignored your desperate calls for help? Have you ever felt abandoned? The following story begins with with blood, but its point is the abandonment. What happened Friday afternoon at the entrance to the settlement of Anatot was a pogrom, a lynching. There's no other way to describe an event in which hundreds of large men are wildly beating and pursuing a nonviolent group of male and female activists for an extended period of time. There's no way to convey to those who weren't there the threatening sense of the approaching dark - not in words, not in pictures, not even in video.
They came to destroy, to break, perhaps even to kill. They used their hands, their fists and their teeth, along with stones, pipes and knives. They aimed for the photographers, the women, for the young and the old alike. They brought individuals down to the ground and assaulted them as they lay there, surrounded. They pounced on the hindmost of those trying to flee as they pursued their battered victims.
And all this was taking place before the very eyes of the police, who didn't do a thing to prevent people from being hurt. It all passed, as usual, in a thunderous silence.
Those who abandoned the Palestinian family that had come to work its land that Friday afternoon were not the rioters who sent the family to the hospital. Those who allowed the mob to wreak havoc on the Ta'ayush and Sheikh Jarrah Solidarity activists who were present at the site that evening stood outside the circle of assailants. They did their bit, but they personally are just one rib of a multilayered structure.
How can one explain the blind eye turned by the policemen present at the site? How can one explain why they didn't know, or didn't think, that their job was to stop the pogrom?
Perhaps the fact that Anatot's residents aren't radicals like Baruch Marzel played a role. Anatot residents aren't "hilltop youth" or "wild weeds." They are ordinary Israelis, former Jerusalemites who upgraded themselves to a "quality of life" settlement - including employees of the police, who were given preferential purchasing terms there. There are even suspicions, based on testimony and evidence gathered over the last few days, that a few of the rioters were off-duty policemen themselves.
And perhaps it is the deep-rooted hatred of "Arabs" and "leftists." Perhaps this hatred also made it easier for those on duty at the Shai District police stations, who received our calls for help, not to rush to send forces there. And even when two patrol cars did finally arrive, the policemen devoted most of their energy to informing the battered activists that an order had been issued declaring the site a closed military zone, which they were now violating.
And you should know that these are the same police stations at which the victims are supposed to file their complaints. It was, for instance, to one of them that a friend of mine was referred when he sought to repair his destroyed car. So far, he has refrained from doing so, for fear of meeting his assailants there.
Today, there is no protection for anyone who isn't on the side of the establishment, who isn't in the right-wing camp. And in the absence of such protection on the part of the agencies entrusted with upholding the law, responsibility passes to the media, which gives the public information.
Media outlets that don't see fit to report a pogrom of this magnitude are partners in the policy, or the sins of omission, of abandonment. The same goes for those who term it a "confrontation," or a "clash," or any of those other laundered words that indicate mutuality; and for those who fail to do their job of investigating and checking the facts and make do with "reporting each side's version of events;" and for those who opt to downplay a news story that they know full well would, under other circumstances, immediately become the lead headline.
"If you are neutral in situations of injustice, you have chosen the side of the oppressor," Desmond Tutu once wrote. This story begins with blood, but its point is the abandonment. For that is what will enable more blood to be shed in the future. And anyone who doesn't cry out against it is a party to it.
 
The writer is an activist in the Sheikh Jarrah Solidarity movement.

TaSp: FDP Lindner betrog KFW um 1,2Mio

Pleite mit der Firma – Glück in der Partei

Andreas Pinkwart selbst hat die Fährte gelegt. Nachdem Nordrhein-Westfalens FDP-Chef am Freitag über die Vorzüge und für dessen Alter erstaunlich vielen unternehmerischen Aktivitäten des jungen Mannes neben ihm geredet hatte, fügte er hinzu: „Er hat aber auch die Achterbahnfahrt der New Economy aus nächster Nähe miterlebt.“ Der Mann neben Pinkwart soll am Wochenende Generalsekretär der NRW- FDP werden: Christian Lindner ist 25 Jahre alt und sitzt seit 2000 für die Liberalen im Düsseldorfer Landtag.
Die Politik hat ihn damals offenbar nicht ausgefüllt: eine von Lindner geführte Firma hat in der Rekordzeit von 18 Monaten fast zwei Millionen Euro aus dem Topf der Kreditanstalt für Wiederaufbau verbrannt; eine zweite Kölner Firma wurde ebenfalls mangels Aufträgen liquidiert.
„Da gab es Licht und Schatten“, sagt Lindner, „ohne Risiko geht es nicht“. Jetzt habe er aus Fehlern gelernt und seine Aktivitäten neu verteilt. „Ich konzentriere mich jetzt auf das Mandat, ich mache da eine Portfolio-Bereinigung“, sagt er. Die Geschichte mit der Moomax GmbH hält er für abgeschlossen. Mit seinem Bekannten Hartmut Knüppel hatte er am 29. Mai 2000 – kurz nach seinem Landtagseinzug – die Firma gegründet. 30 000 Euro Stammkapital sollten reichen, um während des Internetbooms reich zu werden. 20 IT-Spezialisten, Psychologen, Texter, Journalisten und Drehbuchautoren wollten anderen Firmen so genannte Avatare verkaufen – kleine Figuren, die Einkäufe im Internet erleichtern.
Nach knapp einem Jahr mussten Lindner und Knüppel gehen – „zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit des Unternehmens“, wie Moomax schrieb. Neuer Besitzer war eine Investmentfirma namens Enjoyventure. Wenig später war Moomax pleite: die KfW hatte laut Enjoyventure 1,2 Millionen verloren, die beteiligte Bank war mit einem sechsstelligen Betrag beteiligt, und gegen sonstige Forderungen von 172 338 Euro standen nur noch Vermögenswerte von 15 339 Euro.
„Das war der Markt“, sagt Wolfgang Lubert, Geschäftsführer von Enjoyventure. „Es gab kein fahrlässiges Verhalten, da mangelte es höchstens an Erfahrung.“ Das öffentliche Geld sei nicht in teure Autos, sondern in die Firma geflossen – was von der KfW nicht beanstandet worden sei. Fragt man die Frankfurter Banker, wie es passieren konnte, dass pro Mitarbeiter und Monat über 8000 Euro verloren gingen, heißt es nur: „Bankgeheimnis“.

Montag, 3. Oktober 2011

DPA: Weg für Asmussen in EZB-Chefetage ist frei

Mo, 03.10.1118:50

Weg für Asmussen in EZB-Chefetage ist frei

Bild Luxemburg (dpa) - Für den deutschen Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen ist der Weg in die Chefetage der Europäischen Zentralbank (EZB) frei.

Die Finanzminister der 17 Euro-Länder gaben am Montag in Luxemburg grünes Licht für seine Berufung auf den Posten des EZB-Chefvolkswirts, wie EU-Diplomaten berichteten. Asmussen ist für das Direktorium der Notenbank nominiert und dürfte Nachfolger von Jürgen Stark werden, der den Posten des Chefvolkswirts der Notenbank innehatte.

Stark war aus Protest gegen milliardenschwere Anleihekäufe, mit denen die EZB kriselnde Euro-Staaten stützt, überraschend zurückgetreten. Der Ökonom Asmussen zieht seit Jahren als Manager mit Beamtenstatus im Bundesfinanzministerium die Fäden.

Einen offiziellen Vorschlag müssen die Finanzminister aller 27 EU-Staaten machen. Dies gilt bei dem Treffen am morgigen Dienstag aber als Formalie, da es keinen Gegenkandidaten gibt.

Die Entscheidung werden letztlich die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfeltreffen am 17. und 18. Oktober treffen. Zuvor muss noch das Europaparlament angehört werden; auch die EZB hat das Recht zu einer Stellungnahme. Die Zentralbank rechnet nach früheren Angaben damit, dass die Neubesetzung im sechsköpfigen EZB-Direktorium bis zum Jahresende über die Bühne gehen wird.

Im Kreis der Euro-Währungshüter wird Asmussen auf den Deutschen Jens Weidmann treffen, der als Präsident der Bundesbank im Rat der EZB vertreten ist. Der Rat trifft die Entscheidungen über die Leitzinsen im Euro-Raum.

In letzter Zeit kam es mehrfach zu Neubesetzungen: Ende Oktober wird EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ausscheiden, sein Nachfolger wird der italienische Notenbank-Chef Mario Draghi. Auch Weidmann ist erst seit April Bundesbank-Chef. Er folgte auf Axel Weber, der im Streit über den Ankauf von Staatsanleihen von Krisenländern zurückgetreten war.

Die Europäische Zentralbank ist neben der amerikanischen Federal Reserve weltweit die wichtigste Notenbank - zuständig für die Währung von 17 Ländern mit rund 330 Millionen Einwohnern.



Quelle: dpa-AFX

Samstag, 1. Oktober 2011

Cicero: Konzentrierter Angriff gegen Europa und den Euro

„Der Rettungsschirm grenzt an ist Veruntreuung von Steuergeldern“

Interview mit Dirk Müller
picture alliance
Dirk Müller, Euro, Ausweitung, Rettungsfonds, EFSF,
Börsenexperte Dirk Müller glaubt nicht an die Zukunft der Währungsunion.
CICERO Online sprach mit dem Börsenexperten Dirk Müller über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms, darüber, warum die Währungsunion keine Zukunft hat, über die Taschenspielertricks der USA und er erklärt, wie die Politik versucht, unsere Probleme per Druckerpresse zu beseitigen.
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Herr Müller, am Donnerstag entscheidet der Bundestag über die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms. Der mit Garantien von über 780 Milliarden Euro ausgestattete EFSF-Rettungsfonds soll über 440 Milliarden Euro an finanzschwache Staaten vergeben können. In der CDU/CSU-Fraktion gibt es Widerstand. Was ist Ihre Meinung als Experte?
Hier wird versucht, ein Problem wegzuinflationieren. Die Situation, in der wir uns befinden, ist extrem gefährlich und wie es scheint, bekommen wir sie momentan nicht in den Griff – wir stehen wirklich am Abgrund. Die Ausweitung des Rettungsschirms ist ein verzweifelter Versuch, etwas aufrechtzuerhalten, das auf Dauer nicht aufrechtzuerhalten ist. Die Währungsunion hat, so wie sie jetzt ist, keine Zukunft.

Was ist von dem Vorschlag zu halten, dem Rettungsfonds eine Banklizenz zu geben, so dass er sich Geld direkt bei der Europäischen Zentralbank (EZB) leihen kann?
Das ist eine Farce, ein Witz der Wirtschaftsgeschichte. Woher bezieht die EZB denn dieses Geld? Sie druckt es aus dem Nichts heraus, und zwar beliebig und so oft sie will. Das heißt doch im Grunde nichts anderes, als dass die Politik keinen besseren Weg findet, als die Schulden und damit die Probleme der Staaten per Druckerpresse zu beseitigen. Das hat sie in den letzten Jahrhunderten viele Male gemacht. Doch damit werden die Bürger enteignet, eine solche Politik hat eine große Inflation zur Folge.

Wo liegt Ihrer Meinung nach das Problem?
Wir haben ein weltweites Verschuldungsproblem und zusätzlich ein hausgemachtes Europroblem, das aber nicht nur die Griechen betrifft, sondern alle Staaten des Euroraums gleichermaßen. Der Euro passt einfach nicht auf diese vielen verschiedenen Staaten. Jeder Staat ist komplett eigenständig, mit eigenen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Es ist irrsinnig zu glauben, man könne eine Währung über all dies einfach drüberlegen. Die unterschiedlichen Währungen sind schließlich ein Puffer zwischen den Staaten. Vor einigen Wochen konnten wir beobachten, dass der Schweizer Franken aufgrund von Verschiebungen am Kapitalmarkt etwas stärker geworden ist. Sofort kamen die Käufer über die Grenze nach Deutschland und plünderten in Konstanz die Läden. Es zeigt sich: eine kleine Verschiebung bei den Wechselkursen sorgt für eine große Verschiebung bei den Warenströmen. Die Griechen haben mit dem Euro eine Währung, die für sie eindeutig zu schwer ist – wie für die Schweiz der Franken plötzlich zu schwer war.

Hätte das Einführen einer politischen Union diese Probleme abwenden können, oder war der Euro von Anfang an ein Denkfehler?
 Absolut. Man hätte eine Fiskalunion schaffen müssen – so etwas wie die vereinigten Staaten von Europa. Wir bräuchten einen gemeinsamen Staat, in dem wir Zentralsteuern erheben und die Verwaltung einheitlich gestalten. Dann lässt es sich (vielleicht) mit einer gemeinsamen Währung leben.

Aber wir sind ja hier nicht in den USA. Die einzelnen europäischen Staaten sind so unterschiedlich aufgebaut, kann eine politisch flankierte Währungsunion in Europa überhaupt funktionieren? 
Genau aus diesem Grund haben wir ja keine Fiskalunion. Man ist davon ausgegangen, dass sich mit dem Einführen der Währungsunion die Staaten schnell einander annähern und dadurch eine politische Union entsteht, bevor uns die Probleme einholen. Helmut Kohl, der Vater des Euro, hat 1991 in einer Rede vor dem deutschen Bundestag wortwörtlich gesagt: „Es ist ein Irrglaube anzunehmen, dass eine Währungsunion ohne politische Union langfristig wird funktionieren können.“ Und er wusste es. Viele wussten, dass es schief gehen würde. Und jetzt, zehn Jahre später, stehen wir von einem Scherbenhaufen. Wir haben nun vier Möglichkeiten: Entweder wir schaffen die Währungsunion wieder ab bzw. fahren sie auf ein vernünftiges Maß zurück. Das würde beispielsweise einen Kern-Euro mit halbwegs gleichstarken Staaten wie Deutschland, Frankreich und der Niederlande einschließen. Die zweite Möglichkeit ist, den Euro komplett aufzulösen. Oder wir schaffen eine Verschuldungsunion, das heißt, wir sind in den nächsten Monaten und Jahren bereit, Transfersummen in Milliardenhöhe unter den Staaten hin- und herzuschieben. Am wünschenswertesten wäre sicherlich für viele Variante vier, die Schaffung einer echten politischen Einheit; das ist aber bei der aktuellen politischen Situation eher unwahrscheinlich.
Lesen Sie auf der nächsten Seite über die Idee eines Kern-Euros und die Taschenspielertricks der USA in der Eurokrise.


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Was würde die Rückkehr zur D-Mark oder das Umschwenken auf einen, wie Sie ihn nennen, Kern-Euro für uns bedeuten?
 Die Griechen haben mit dem für sie zu hohen Euro kein Geschäftsmodell. Sie konnten ihre Wirtschaft über die letzten Jahre nur über immer höhere Kredite am Leben erhalten, bis es nicht mehr ging. Bei uns ist genau das Gegenteil passiert: Der Euro war schwächer als die D-Mark, was uns direkte Wettbewerbsvorteile brachte. Es gab einen Konjunkturschub, von dem aber nur die großen Unternehmen profitieren konnten, der Bürger hingegen nicht. Denn obwohl wir Überschüsse im Export hatten, ist gleichzeitig die Kaufkraft beim Bürger gesunken. Er wurde mit zu schwacher Währung für seine Leistung bezahlt. Wenn jetzt Deutschland zur D-Mark oder von mir aus einem Kern- bzw. „Nord-Euro“ umschwenken würde, wären wir ebenso wettbewerbsfähig. Wir verkaufen hier ja keine Bananen, die sich am Preis orientieren, sondern Hochtechnologie.

Dann halten Sie also Frau Merkels Angst um den Export, sollten wir zur DM zurückkehren, für Unfug? 
Ja. Zu DM-Zeiten haben wir doch auch exportiert, oder nicht? Es ist Unfug zu behaupten, eine starke Währung wäre für uns katastrophal. Im Gegenteil. Für die Bürger wäre es von Vorteil, weil sie mehr konsumieren könnten und die Kaufkraft ansteigen würde. Wir wären nicht mehr nur vom Export abhängig, wie wir es jetzt sind, sondern hätten auch eine stärkere Binnennachfrage, was wesentlich sinnvoller wäre.

Wenn diese Entwicklungen vorhersehbar war, wie Sie sagen, warum ist Europa dann auf eine solche Finanzkatastrophe nicht besser vorbereitet?
 Es gibt Leute, die sehr gut darauf vorbereitet sind. Nach meiner Einschätzung, Recherche und Information haben die Amerikaner Zentralbank Anteilseigner(FED,EZB,BOE) diese Entwicklung seit etlichen Jahren vorhergesehen. Und wenn ich unterstelle, dass sie es haben kommen sehen, ja sogar mitorganisierten und mitgestalteten, um jetzt alles zu tun, um in der Zeit danach wieder die Pole Position zu besetzen, wenn ich das voraussetze, dann sind alle Aktionen, die von den USA in den letzten drei Jahre ausgingen, sinnvoll, nachvollziehbar und erfolgreich.

Ist es nicht vermessen, hier von politischem Kalkül zu sprechen? Bedenkt man die Aufregung um die Anhebung der amerikanischen Schuldengrenze vor ein paar Wochen, wirkte das doch alles höchst dramatisch.
 Das sind Taschenspielertricks, nicht mehr.

Apropos politisches Kalkül: Kommen wir zum Thema Schuldenschnitt. Seit fast anderthalb Jahren wird Griechenland durch Finanzhilfen der andern Euro-Länder gestützt, ohne sichtbaren Erfolg. Die deutschen Wirtschaftsweisen fordern jetzt gemeinsam mit französischen Regierungsberatern einen radikalen Schritt: Die Hälfte der Schulden solle Griechenland erlassen werden. Ist das der richtige Weg? 
Der Schuldenschnitt kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Der gesamte Markt rechnet damit. Ich finde es deshalb unverantwortlich, dass wir den Griechen jetzt noch Steuergelder hinterherschmeißen. Das ist Veruntreuung von Steuergeldern. Die Politiker in Deutschland verstehen doch zum Teil gar nicht, was da passiert – die Amerikaner hingegen sehr wohl. Was wir momentan erleben, ist ein konzentrierter Angriff gegen Europa und den Euro. Die wirtschaftlichen Probleme in den USA sind weit dramatischer als in Europa. Trotzdem schafft es  Amerika Zentralbank Anteilseigner(FED), die Wall Street, die Ratingagenturen die Brandfackel nach Europa zu schleudern.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, warum Deutschland Angst um seine Topbonität haben muss.
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Macht man es sich damit nicht ein bisschen einfach, hinter den USA den Wolf im Schafspelz sehen zu wollen, anstatt sich an der eigenen Nase zu fassen? 
Zweifellos hat Europa massive Probleme, die zum Teil selbstverschuldet sind. Nur müssen wir diese auch in Relation setzen. Die Lage in Amerika ist katastrophal und auch die Probleme der Briten oder der Japaner sind mindestens genauso groß, wenn nicht noch größer als unsere. Aber das wird komplett ignoriert. Und hier stellt sich die Frage, woher das politische Interesse kommt.

David Beers von Standard&Poor's ließ diese Woche verlauten, dass die Ausweitung des Euro-Rettungsfonds die Kreditwürdigkeit Deutschlands massive bedrohe. Ist das ernst zu nehmen? 
Die Ratingagenturen werden Deutschland herabstufen, ganz sicher. Aber auch hier ist doch die Frage, wessen Lied diese Agenturen singen? Wir reden von zwei privaten amerikanischen Unternehmen, die, ohne dass sie es näher begründen müssen, darüber entscheiden, wer auf dieser Welt Geld bekommt und wer nicht, und wenn ja, zu welchem Preis. Die Amerikaner tun seit Jahren alles, um ihre Macht zu erhalten. Und da glauben wir allen Ernstes, dass sie auf dem wichtigsten Schlachtfeld, der Wirtschaft, das einfach dem Markt überlassen? Nie im Leben.

Aber ganz egal, ob diese Agenturen nun frei oder nicht frei arbeiten. Hätten wir ein unabhängiges europäisches Organ, stellt sich doch vielmehr die Frage, ob die Meinung einer neuen, jungen, vergleichsweise schlecht etablierten  Ratingagentur ohne jegliche Erfahrungswerte ein ähnliches Gewicht in der Meinungsbildung hätte.
Die Chinesen haben auch eine Ratingagentur. Warum können wir nicht eine Agentur schaffen, die staatlich finanziert und dennoch komplett unabhängig ist, wie unsere Richter? Dazu kommt, wieso entlassen sich die Banken selbst aus der Verpflichtung, Risiken abzuschätzen, zu bewerten und damit zu bepreisen? Das ist doch eigentlich ihre ureigenste Aufgabe!

Auf lange Sicht gesehen, werden wir uns von dieser Krise wieder erholen?
Natürlich, das ist ja Teil des Systems! Es wird passieren, was seit Jahrhunderten passiert: Es kommt zum Reset, zu einem großen Schlag, zu einer Umverteilung von oben nach unten unten nach oben, entweder über die Währungsreform, Schuldenstreichung, Inflation oder über einen „New Deal“. Es gibt verschiedene Wege, um aus der Misere zu kommen. Welchen wir in den nächsten Jahren gehen werden, bleibt abzuwarten.
Herr Müller, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sarah Maria Deckert.


Worin liegt die besondere Beurteilungskompetenz eines so genannten Börsenexperten für komplexe finanzpolitische Fragen? Sind diese „Experten“ nicht ein Teil des Problems, mit dem sich die Politik nun herumschlagen muss? Vielleicht fragen Sie doch besser Sachverständige, die von Geld-, Währungs- und Finanzpolitik wirklich etwas verstehen.

...als der Händler, der jeden Tag Positionen eingeht, jeden Tag die Kursverläufe und Nachrichten verfolgt, der mit realen Anlegern zu tun hat, mit Nachfragern und Anbietern?! Etwa der VWL-Professor in seinem Einzelbüro?


Experten ?
Sehen Sie welche in der Regierung? Diese "Rektalakrobaten" der Bilderberger tragen doch weniger Verantwortung in sich als jeder Regenwurm.
Das beste Beispiel dafür ist die Anwesenheit von Minister Rösler bei der Eröffnung eines Krawattenladens (http://www.bild.de/politik/inland/hugo-mueller-vogg/minister-roesler-eroeffnet-krawatten-laden-20201486.bild.html).

Dienstag, 27. September 2011

SZ: Vernichtungsplan für Europa Made in America

Rettungsplan für Europa Made in America

27.09.2011, 14:59
"Mehr Feuerkraft!" hatte US-Finanzminister Geithner den Europäern zugerufen. Jetzt wollen diese angeblich losballern. Mit einem Trick sollen aus jedem eingesetzten Euro am Ende acht Euro werden. Doch passt der Plan den Deutschen überhaupt ins Konzept? An der Börse wird jedenfalls schon gefeiert: Der Dax gewinnt mehr als fünf Prozent.
  Seit Monaten streiten die Europäer über die Rettung der EU-Krisenländer. Zuletzt sind die Amerikaner ungeduldig geworden, weil die Krise in Europa zu einem wirtschaftlichem Flächenbrand zu werden droht. Eindringlich mahnten sie den alten Kontinent, bei der Lösung der Krise endlich voranzukommen.
Schaeuble trifft US-amerikanischen Finanzminister Geithner Bild vergrößern Der eine will mehr "Feuerkraft", der andere will sparen: Der US-amerikanische Finanzminister Timothy Geithner (l.) und der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble. In Sachen Euro-Rettung sind sie oft gegensätzlicher Ansicht. (© ddp)
Nun gibt es offenbar einen neuen Plan, der allerdings so neu dann auch wieder nicht ist. Das Zauberwort heißt Special Purpose Vehicle (SPV). Eine solche Zweckgesellschaft will die Europäische Union neu installieren und mit Startkapital aus dem EFSF ausstatten, dem Stabilitätsfonds für überschuldete Euro-Länder. Der EFSF wurde seinerseits 2010 bereits als Zweckgesellschaft gegründet.
Der Trick: Die neue Gesellschaft soll dürfen, was EFSF und Europäische Zentralbank (EZB) bisher nicht dürfen: Die Institution soll Staatsanleihen aufkaufen, und zwar nicht nur am Kapitalmarkt, sondern auch direkt von den Regierungen, die sie herausgeben. Die Pläne seien weit gediehen, verbreitet zumindest der US-Sender CNBC.
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Sollte die Idee umgesetzt werden, könnte der Druck auf die EZB abnehmen: Kritiker wie Bundesbankchef Jens Weidmann greifen die derzeitige Praxis der EZB an, Staatsanleihen aufzukaufen, obwohl es ihr eigentlich verboten ist. Das könnte nun das neue SPV machen.
Außerdem soll die Zweckgesellschaft eigene Anleihen begeben, die als Sicherheiten bei der EZB dienen. Sie könnte sich wie eine Bank von der EZB Geld leihen. Ziel ist es CNBC zufolge, so Fremdkapital aufzutreiben und damit einen Effekt zu erzielen, der die Ausstattung des EFSF von 400 Milliarden Euro um ein Mehrfaches übersteigt - die berühmte Hebelwirkung.
Eine neue Zweckgesellschaft würde aber vor allem eins bedeuten: Die Europäer tun, was die Amerikaner vorschlagen.
"Mehr Feuerkraft" für die Euro-Hilfsinstrumente wünschte sich US-Finanzminister Timothy Geithner vergangenes Wochenende auf dem Treffen seiner EU-Kollegen im polnischen Breslau (Wrocław). Wenn die europäischen Regierungen schon nicht mehr als die geplanten 440 Milliarden Euro für den EFSF bereitstellen wollten, sollten sie diese wenigstens so wirksam wie möglich einsetzen - Geithner war der Erste, der offen forderte, das per "Hebelwirkung" zu tun. Ein Analyst sagte CNBC, der neue Plan trage einen Stempel: "Made in Washington".
Mit der neuen Zweckgesellschaft wollen die Europäer den Berichten zufolge einen Hebel von bis zu acht zu eins erzielen. Ein EU-Diplomat war am Montag noch etwas bescheidener gewesen: "Wir suchen einen Mechanismus, wie wir aus einem Euro im EFSF fünf machen können."
In Berlin hält man von einer Aufstockung des EFSF nichts: Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nannte das eine "dumme Idee". Sie hätte zur Folge, dass einige Staaten ("Deutschland!!!") ihre Bestbewertung durch Ratingagenturen verlieren würden. Er bezog sich auf die Ratingagentur Standard & Poor's. Sie habe am Wochenende auf der Tagung des Internationalen Währungsfonds in Washington explizit gewarnt, dass sie das AAA-Rating Deutschlands und Frankreichs in Gefahr sehe, berichtet die Welt.
Schäuble reagierte mit seiner deutlichen Äußerung auch auf die Kritik der FDP. Die Liberalen hatten ihm vorgeworfen, wenige Tage vor der Bundestagsabstimmung über den EFSF neue Zweifel daran zu schüren, ob Regierung und EU nicht weitere Schritte planten.
An der Börse wird unterdessen schon gefeiert: Der Dax gewann am Dienstag zeitweise mehr als fünf Prozent. Zu den größten Gewinnern zählten die Titel großer Banken: Deutsche Bank und Commerzbank gewannen jeweils mehr als zehn Prozent.

Kommentare:  

Hardy1974 schreibt @nicknorris
"Warum sollen die Zentralbanken und der EFSF nicht das Gleiche tun dürfen wie die ganz Großen: Für 1Euro Eigenkapital 10 Euro verleihen?"

Die "ganz Großen" hebeln mit über 30. Was im Übrigen ein Teil des Problems, nicht der Lösung ist, s.u.

"Mit dem Vorschlag von Geithner würden sowohl EZB als auch EFSF jeden Stresstest bestehen, könnten aber mit Billionen den Spekulanten trotzen. "

Und es stimmt Dich nicht nachdenklich, dass man nur einen "Hebel" ansetzen muss - die Menge des bereitgestellten Geldes ändert sich ja nicht! - und plötzlich ist alles in Butter? Ich stelle meinen Kuchen vor einen Spiegel und habe plötzlich doppelt so viel? Bin ich der Einzige, der hierbei mißtrauisch wird?

"wie kommen Sie auf eine unabwendbare Inflation? Derzeit droht Depression und Deflation.

Es gibt ja nicht nur die Inflationsentwicklung nach Keynes, sondern auch die des Monetarismus. Und wenn Dir diese Theorie nicht gefällt weil sie nicht in Dein Weltbild passt, widerlege sie.

"Die Inflationserwartung für die kommenden 10 Jahre ist in den USA auf 1,77% gefallen."

Die Lebenserwartung der Bank Lehman Brothers betrug Mitte 2008 sicherlich mehr als 3 Monate. Wer ernsthaft die Inflation auf 10 Jahre vorhersagen will, ist ein Lügner. Davon abgesehen: Die offizielle Inflation ist - egal in welchem Land - eher ein Lügenkorb denn ein Warenkorb.
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Yog-Sothoth schreibt @Hardy1974
"Ich stelle meinen Kuchen vor einen Spiegel und habe plötzlich doppelt so viel? Bin ich der Einzige, der hierbei mißtrauisch wird?"

Ja, denn die "Finanzwelt" ist nichts weiter als das, was die Religion noch vor 400 Jahren war. Bedeutsam, gefürchtet und verehrt, jedoch von Menschen gemacht und genauso vom Menschen wieder zum Einsturz zu bringen. Solange die Mehrheit den Quatsch glaubt, hat er auch in der Realität konsequenzen. Mittlerweile wird der Katholenverein zumindest hier nur noch mitleidig belächelt. Das gleiche wird mit der Finanzwelt passieren, da es kein "Natursystem", bzw. eine Vertragsgrundlage aller Menschen ist und diese lässt sich ändern. Um zu deiner Frage zurückzukommen:
Nein, ich bin nicht misstrauisch, warum denn auch? Die Basis des Systems ist Vertrauen und Hoffnung, da kann man auch aus einem Kuchen wie durch Gotteshand (wieder der Religionsbezug;-)) zwei oder 5000 machen:-)

bbinder77 schreibt Europäischer Stabilitätsmechanismus ESM von der Demokratie zur Diktatur in Europa
Mit dem ESM solllen wir endgültig über den Tisch gezogen werden:

http://www.youtube.com/watch?v=wv50qKHXUI8

Quelle: http://www.zivilekoalition.de/

Da kann ich nur noch hoffen, dass diesen Wahnsinn der Bundespräsident bzw. das Bundesverfassungsgericht stoppen.

  • kraus23sz schreibt Und schon wieder könnt ich Rotz und Wasser heulen ..... ... wie so oft in letzter Zeit bei diesem Thema.

    Auch dieser Vorschlag ändert doch letztlich nichts am Grundproblem,
    da auch hier lediglich weiterhin die Finanzblase und das blinde Wachstumsparadigma stabilisiert werden.

    Die Amis haben nun wirklich überhaupt keinen Grund Ratschläge zu verteilen, denn die Euronenkrise keimt seit 2008 und 2008 geht auf das Konto der Amis!!!!

    Deren Lösung: Weiter so, um jeden Preis. Die Folgen dieses Treibens bleiben trotzdem die selben, allerdings wurde in diesem Fall die Arschkarte elegant an die Euronen weitergegeben.
    *schneufz*
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    eddie-Ed schreibt es ist schon das perfekte Timing... ....der ESFS ist fast beschlossen, schon kommen die Wirtschaftsweisen daher, und tun sehr unabhängig und wissenschaftlich und haben seltsamerweise genau die selben Ansichten.

    Nur muss jedem klar sein, dass die Wirtschaftsweisen von der Bundesregierung selbst bestellt sind. HInzu kommt, dass die Wirtschaftsweisen ausdrücklich lediglchen Fehlentwicklung und deren Vermeidung ansprechen dürfen. Sie dürfen dagegen keine Vorschläge zu wirtschaftspolitischen Maßnahmen machen.
    Es ist skandalös. Die Bevölkerung wird an der Nase herumgeführt.

    Man stelle sich vor, Frau Merkel hätte einfach gesagt, WIR, die Deutschen zahlen griechische Schulden und die Zockersünden der französichen Banken. Was wäre da los gewesen. So hat es die Bundesregierung geschafft uns das Geld aus der Tasche zu ziehen ohne dass wir es überhaupt merken. DAs ist skandalös.

    DAs kommt aber auf uns zurück. Die Folgegenerationen und die späteren Rentner müssen bitter dafür büßen. Irgendwo muss das Geld ja herkommen.
    Es ist ein Segen, dass S&P mit der Herabstufung Deutschlands droht. 
  • DeliverSvensk schreibt @Jabran ist ein Troll Er sitzt in der amerikanische Botschaft und schreibt hier Zeugs: Ein Witz, dass in den USA Wirtschaft und Politik getrennt ist. Da mag er sich alleine mal den Unsinn der Präsidentschaftswahlen ansehen. Da sieht er schnell, wie abhängig die Politik von der Wirtschaft ist. Und die Automobilkrise hat ähnliches gezeigt. Also so einen Unsinn habe ich mein ganzes Leben nicht gehört.
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  • DeliverGS_Treiber schreibt @hardy1974 "Ich stelle meinen Kuchen vor einen Spiegel und habe plötzlich doppelt so viel? Bin ich der Einzige, der hierbei mißtrauisch wird? "
    NEIN, definitiv nicht. :-)
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  • DeliverSvensk schreibt Moodys steht schon mit gezücktem Messer: " Mit einem Trick sollen aus jedem eingesetzten Euro am Ende acht Euro werden."
    Und nun muss ich doch eine Lanze für die Ratingagenturen brechen. Denn wenn wir hier versuchen, die Märkte zu veräppeln brauchen wir uns doch nicht zu wundern,wenn wir die Quittung bekommen!!! Wir sollten doch zu einer soliden Finanzpolitik zurückkehren und nicht die Lügereien von Griechenland, Italien und Frankreich unterstützen.
    Und für blöd sollte man die Ratingagenturen nicht halten. Auch wenn ich meine, dass sie halt nicht objektiv sind, denn sonst würden sie dem smarten Geitner seinen Dollar um die Ohren hauen.
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  • country_air schreibt Die Amerikaner sollen sich nicht immer in fremde Dinge einmischen. Die Amerikaner sollen sich nicht immer in fremde Dinge einmischen. Der Unterschied zwischen EU und USA ist 1. für Europa: Die politische Struktur in Europa ist instabil und 2. für die USA: Das Problem einer politische Blockade (Tea Party). Da kann man sehr reich sein und trotzdem bankrott gehen.

Cosmopolitan: Wie sieht moderner Feminismus aus?

Moderner Feminismus

Jetzt legen wir erst richtig los

Eva und der Sündenfall waren gestern. Heute sind wir stark, smart, sexy - und emanzipiert. Logisch. ("Logisch!, sonst wäre ich ja schwach doof und Hausfrau")Doch wie sieht moderner Feminismus eigentlich aus? Ein persönliches Bekenntnis von Milena Moser.

Ich bin Feministin. Ehrensache, wie die Videokünstlerin Pipilotti Rist so schön sagt. Und zwar immer schon. ("Immer!!, schon als Säugling, man muss nicht denken können um Feministin zu sein!")Das heißt, dass ich kompromisslos für Gleichberechtigung bin.(Feminismus strebt aber keine Gleichbereitigung an sondern beschränkt sich ausschließlich auf Interessen von Frauen";-) Lohngleichheit und so weiter. Das heißt, mein Bauch gehört mir.("Wenn ich schon keine Argumente habe dann komme ich halt mit Schlagwörter und Parolen!") Das heißt aber nicht, dass ich nicht mit Barbiepuppen spiele.

Ja, das meine ich ernst. Ich spiele mit Barbiepuppen. Jetzt. Als Erwachsene.("Im Ernst? Wie soll ich eine erwachsene Frau ernstnehmen die mit Barbiepuppen spielt?") Weil ich als Kind nicht durfte.("Rechtfertigung2") Meine Mutter war nämlich eine Feministin alter Schule, ("Ich trete als Feministin also in ihre Fussstapfen, aber das würde ich NIE zugeben!, ich sage ich bin  natürlich GAAAnz anders, modern eben, ich kleide mich nämlich zusätzlich noch nuttig und Hausarbeit verweiger ich nicht bloss, ich KANN es garnicht!  Ha glauben sie mir nicht? Dann lesen Sie weiter!") für die das Langbeinpüppchen den Inbegriff von Frauenfeindlichkeit verkörperte. Gnadenlos verweigerte sie mir das heiß ersehnte Spielzeug: "Nicht mit meiner Tochter!" Sie sah die Plastikblondine als höchst degradierende Interpreta-tion von Weiblichkeit und fürchtete sogar, ich würde, dieser ausgesetzt, bald selber Barbieformat anstreben. Dabei wusste ich schon als kleines Mädchen, dass Frauen nicht so aussehen, und auch gar nicht so aussehen sollen - sonst könnten sie ja nur eine Absatzhöhe tragen. ("Mit diesem dümmlichen Witz und meiner ehrlichen Offenlegung meiner Komplexe hab ich doch jetzt das Vertrauen der Leserin gewonnen. Und verschweige,dass Studien eben doch sagen, dass Barbie kleinen Mädchen suggeriert, dass Frauen so aussehen sollen.")


Diese frühkindliche Entbehrung konnte nur eines zur Folge haben: exzessive Kompensation.("Rechtfertigung2") Bei erster Gelegenheit kaufte ich mir selbst eine Barbie. Und noch eine, und noch eine. Momentan habe ich drei, die auf meinem Schreibtisch sitzen, und die ich ab und zu, wenn mir nichts einfällt, anders anziehe. Oder frisiere. Genau.

Die Barbies halten mich aber nicht vom Denken ab. ("Rechtfertigung2")Das liebevolle - ich behaupte sogar, meditative - Fädeln von winzigen Glitzerspangen auf goldene Nylonhaare suggeriert mir doch nicht, das könnte ein Lebensinhalt sein, wenn ich es auf meinem eigenen Kopf veranstaltete. Ich bin doch nicht blöd. War ich übrigens schon als Kind nicht. ("Rechtfertigung2")



Solche scheinbaren Widersprüche, die für mich gar keine sind, lebe ich viele. So würde ich im Leben nie auf die Idee kommen, mich über den Mann an meiner Seite zu identifizieren.
Ich kann selber cool oder stark, erfolgreich, oder warum nicht, einfach nur reich sein. 
Wenn ich das will.  ("Wer will das denn nicht? Und wie macht Milena das dann, wenn sie WILL?")Oder auch das Gegenteil. Und ebensowenig wie mich selber, würde ich andere Frauen an ihren Beziehungen messen. Frauen, die ich im wahren Leben kennenlerne, meine ich. Denn es interessiert mich natürlich trotzdem brennend, ob nun Cameron Diaz tatsächlich bald de Rothschild heißen wird, oder woher Kate Moss' fatale Schwäche für Bad Boys kommt. Ich konnte auch jahrelang die Liebhaber von Prinzessin Stephanie in chronologischer Reihenfolge herunterbeten, wenngleich ich beim dritten Zirkusartisten die Übersicht verloren habe. Fragen Sie mich allerdings nicht, in welcher Reihenfolge die Schweizer Kantone der Eidgenossenschaft beigetreten sind!

Und wenn wir schon mal beim Thema sind: Begehrt zu werden, hat noch nie eine Frau aufgewertet. Aber es fühlt sich trotzdem verdammt gut an! Nichts dagegen zu sagen, wenn dem Ausdruck verliehen wird. Durchaus auch auf ungeschickte Art. Damit meine ich: Pfiffe aus sicherer Entfernung. Warum nicht? Ich kann schließlich auch nicht mit gutem Gewissen behaupten, dass gewisse Herren, die ich auf Plakatwänden oder auf der Straße, oder manchmal, wenn ich Glück habe, sogar aus nächster Nähe an einem Sitzungstisch sehe, in mir nichts als völlig kultivierte Assoziationen auslösen.



Darf ich als Feministin Männern hinterherpfeifen
? Der Impuls ist mir nicht fremd. Doch selbst wenn ich dürfte, könnte ich nicht. Tut mir leid, dazu fehlt mir das genetische Potenzial. Ich kann nicht durch die Finger pfeifen und ich kann keinen Ball auffangen. Ein weiteres, in Buch und Film verbreitetes Klischee besagt, Frauen könnten nicht rückwärts einparken. So ein Blödsinn! Frauen können das bestens. Die meisten wenigstens. Ich gehöre allerdings leider nicht zu ihnen - ich habe meinen Führerschein in Kalifornien gemacht, da genügt es, wenn man in der ungefähren Nähe des Straßenrandes anhält. Man muss nicht einmal den Motor ausschalten. Damit käme ich auf den sehr viel engeren Straßen meiner Schweizer Heimat natürlich nicht durch. Doch ich habe einen ganz einfachen Trick: Wenn ich abends keine Parklücke finde, die groß genug ist, dass ich vorwärts reinkurven kann, oder wenn ich morgens nicht mehr herauskomme, klingele ich einfach bei meinem Nachbarn. "Harry, könntest du nicht mal eben...?" "Na klar."

Er heißt natürlich nicht Harry, mein Nachbar. Doch den Wagen holt er mir gern. Auch wenn ich nicht mit den Wimpern klimpere. Habe ich das nötig? Aber nicht doch. Diesen Kunstgriff bewahre ich mir für meinen Mann auf, wenn er mir mal wieder - durchschnittlich etwa viermal pro Tag - zeigen muss, wohin meine virtuelle Post verschwunden ist, und wie ich sie jetzt doch noch wiederfinden kann.

Er grunzt, er stöhnt, er verdreht die Augen, er knurrt so was wie "Wie oft muss ich noch..." und "erkennt einen Papierkorb nicht, wenn er vor ihr steht..." Aber er käme nie auf die Idee, irgendetwas über Frauen und Technik vor sich hin zu murmeln. Das weiß er besser. Ich bin kein wandelndes Klischee. Ich kann zum Beispiel weder kochen noch bügeln. Dafür hab ich andere Talente. Und viele Widersprüche. Wie jeder andere Mensch auch, Mann oder Frau. Und das ist gut so. Das darf sein.